Skip to main content

Zahlen

Vom Acker bis auf den Teller gehen weltweit etwa ein Drittel der Lebensmittel verloren, die für die menschliche Ernährung produziert werden. Das sind jedes Jahr 1,3 Milliarden Tonnen, schätzt die Welternährungsorganisation (FAO, 2011).

Bundesweit elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfall

In Deutschland landen jährlich rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Das ergab eine Studie der Universität Stuttgart (2012), gefördert durch das Bundesernährungsministerium (BMEL). In der Lebensmittelindustrie und bei Großverbrauchern wie Restaurants und Kantinen fallen jeweils 17 Prozent der Lebensmittelabfälle an (1,9 Millionen Tonnen). Im Handel sind es fünf Prozent (550 000 Tonnen, aussortierte und gespendete Lebensmittel inklusive).Der größte Teil fällt in den privaten Haushalten an. Die Verluste in der Landwirtschaft wurden in dieser Studie nicht berücksichtigt. Zu den Nachernteverlusten in der Landwirtschaft hat das BMEL 2013 eine Untersuchung vorgelegt.

Grafik mit den Lebensmittelabfälle in Deutschland
Verteilung der Lebensmittelabfälle nach Bereichen der Nahrungsmittelkette Quelle: Studie der Universität Stuttgart (2012), gefördert durch BMELV

Was auf den Feldern und in der Produktion verloren geht

Von der Landwirtschaft über das Aufbereiten der Rohstoffe bis zur industriellen und handwerklichen Herstellung von Nahrungsmitteln – wo wertvolle Lebensmittel entstehen, geht auch vieles unnötig verloren. Die Ursachen sind vielfältig: Weil Lebensmittel den Normen nicht entsprechen, weil in der Produktion nicht der gesamte Rohstoff verwertet wird oder weil unverkäufliche Überschüsse entstehen. Ausgewählte Lösungen finden Sie hier.

Lebensmittelverluste im Handel

Lange Öffnungszeiten, volle Regale bis zum Ladenschluss und kaum kalkulierbares Einkaufsverhalten stellen den Handel tagtäglich vor große Herausforderungen, vor allem bei leicht verderblichen Lebensmitteln. Nicht alle Waren aus dem Frischebereich können am nächsten Tag noch angeboten werden, hinzu kommen beim Transport beschädigte Produkte und Lebensmittel deren Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum abgelaufen ist. In der Summe fallen im Handel 550 000 Tonnen Lebensmittelabfall jährlich an. Was der Handel dagagen unter anderem unternimmt, erfahren Sie hier.

Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Verpflegung

Das Umweltbundesamt schätzt, dass von den 70,5 Kilogramm Lebensmitteln, die jedes Jahr im Außer-Haus-Bereich pro Person bereitgehalten werden, rund 23,6 Kilogramm im Müll landen. Ein Teil der Lebensmittel wird nicht aufgegessen, ein anderer Teil bleibt auf Buffettischen, in der Essensausgabe oder im Lager liegen. Was Kantinen und Restaurants dagegen tun, erfahren Sie hier.

Der Abfall der Privathaushalte

Privathaushalte in Deutschland werfen vor allem Obst und Gemüse gefolgt von Brot und Backwaren in den Müll. Das zeigt eine erste repräsentative Studie zum Thema.
Durchgeführt wurde die Untersuchung von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Sie liefert erstmals repräsentative Ergebnisse über die Art und Zusammensetzung von Lebensmittelabfällen, die in privaten Haushalten anfallen.
Der Studie zufolge entfallen 34 Prozent der vermeidbaren Lebensmittelabfälle auf frisches Obst und Gemüse; 14 Prozent machen demnach Brot und Backwaren aus. Ein weiterer Befund der Untersuchung: Je jünger der Haushaltsvorstand, desto mehr potenziell verwertbare Lebensmittel werden weggeworfen. Haushalte mit älteren Personen werfen tendenziell weniger weg. Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier zum Nachlesen.
Nach wie vor werden zu viele frische Lebensmittel weggeworfen, aber auch bereits zubereitete Mahlzeiten werden zu häufig entsorgt: Insgesamt landen mindestens 55 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf und Jahr in Deutschland im Müll privater Haushalte. Immer mehr Menschen wollen das nicht mehr hinnehmen. Beispiele für ihre Aktivitäten finden sich hier.

Wie viele Backwaren landen in der Tonne?

In einem Projekt der Fachhochschule Münster, unterstützt vom Verbraucherschutzministerium NRW, wurde der Abfall in Bäckereien in NRW erfasst. Untersucht wurden insgesamt fünf handwerkliche Bäckereibetriebe aus dem Münsterland und eine Bäckerei aus Hilden. Die erhobenen Daten ergeben einen Annäherungswert und sind nicht repräsentativ. Insgesamt waren sechs handwerklich arbeitende Bäckereien sowie Innungen und die Handwerkskammer, ein Beratungsunternehmen, Lieferanten und Verbände am Projekt beteiligt. Zunächst erfolgte eine detaillierte Prozessanalyse sämtlicher Informations- und Materialflüsse. In den Betrieben wurden die Produktions-, Planungs- und Verkaufsprozesse untersucht. Es wurden Messungen in allen Betrieben durchgeführt, um die Menge des Lebensmittelabfalls zu erfassen. Das Ergebnis: Die Verluste in der Produktion in allen Bäckereien sind relativ gering. Der Ausschuss liegt in der Regel weit unter fünf Prozent bezogen auf den Rohstoff-Einsatz. Die entscheidende Stelle, wo Verluste im Prozess auftreten, wird mit der Retourenquote erfasst. Diese beschreibt die Übermenge aus den Filialen, die zurück in den Betrieb gehen und liegt in den beteiligten Bäckereien in einer Spanne von sechs bis 17 Prozent.

Beispiel Bayern: Lebensmittelabfälle in den Ländern

Die fortlaufende Erfassung von Lebensmittelverlusten in Bayern soll Einsparungen auf jeder Wertschöpfungsstufe dokumentieren, die Entwicklung der Lebensmittelabfälle in Bayern insgesamt abbilden und bestehende Datenbanken fortschreiben. Für jede Stufe der Wertschöpfungskette wird ein Monitoring der Lebensmittelverluste durchgeführt. Hierfür werden vor allem Partner des Bündnis „Wir retten Lebensmittel!“ miteinbezogen. Die Daten können auf gesamte Systeme hochgerechnet werden, beispielsweie auf Einrichtungen der Außer-Haus-Verpflegung. Die Bewertung von Lebensmittelverlusten erfolgt anhand geeigneter Nachhaltigkeitsparameter (nicht nur die Mengen an weggeworfenen Lebensmitteln). Anhand der Modelle können Einsparpotenziale für die einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette ausgewiesen werden. In der Studie Lebensmittelverluste und Wegwerfraten im Freistaat Bayern im Jahr 2012 wurde ein Vermeidungspotential von 1,3 Mio. Tonnen ausgewiesen.

Teilen