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Fachbericht: Lebensmittelverluste von Obst, Gemüse, Kartoffeln zwischen Feld und Ladentheke

aussortierte Kartoffeln

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) und das Internationale Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg haben im Auftrag des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MULNV) eine Studie zu Lebensmittelverlusten von Obst, Gemüse und Kartoffeln „zwischen Feld und Ladentheke“ durchgeführt.

LANUV und Hochschule Bonn-Rhein-Sieg untersuchten die Lebensmittelverluste dieser Produkte von der Ernte bis zur Lieferung an den Einzelhandel. Dazu führte die Hochschule eine Online-Umfrage bei Produzenten und Handel durch. Zusätzlich wurden Fachleute aus der Branche interviewt, um Gründe für Verluste und Strategien zu ihrer Reduzierung darzustellen.

Die Studie zeigt, dass es zwischen verschiedenen Produkten große Unterschiede hinsichtlich der Höhe der Verluste, dem Ort der Verluste und möglichen Vermeidungsstrategien gibt. Bei den meisten Freiland-Produkten sind durchschnittliche Lebensmittelverluste zwischen Feld und Ladentheke von 20 % und mehr normal. Die Spanne typischer Verluste reicht dabei von unter 5 % (bei Äpfeln) bis zu Werten über 30 % (bei einigen Gemüsearten). Der weitaus größte Teil dieser Verluste wäre als Lebensmittel geeignet.

Der Großteil der Verluste entsteht bei einigen Produkten direkt bei der Ernte auf dem Feld (z.B. bei Salat), bei anderen (z.B. Kartoffeln, Möhren) bei der Sortierung bzw. Aufbereitung für den Verkauf.

Lebensmittelverluste bedeuten, dass den für die Produktion genutzten Ressourcen und den Umweltwirkungen der Produktion kein entsprechender Nutzen gegenübersteht.

Hohe Anforderungen von Handel und Verbrauchern an die äußere Qualität und die Einheitlichkeit der Produkte sind bei allen untersuchten Produkten ein wichtiger Grund für Lebensmittelverluste am Anfang der Wertschöpfungskette.
Lebensmittelverluste zwischen Feld und Ladentheke zu reduzieren ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Der wichtigste Ansatzpunkt dafür ist eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel. Beispiele für konkrete Schritte sind eine Anpassung von Qualitätsansprüchen im Handel, eine bessere Kommunikation in der Wertschöpfungskette oder Vermarktungskonzepte, die die Distanz zwischen Landwirtschaft und Konsumenten reduzieren.

https://www.lanuv.nrw.de/umwelt/landwirtschaft/lebensmittelverluste/

 

 


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